Gedankenaustausch

Corona-Gedichte                                                                                                                                 von Eva Schaumburg

Corona 1

C wie … ?

Es ist in aller Munde.

Cerberos reißt seinen Rachen auf.

Ahnungsvoll starrst du ins Dunkel –

Angst.

Wird sie jemals weichen?

Corona, wie

Chaos und

Ohnmacht, wie

Ruhelosigkeit und

Orientierungslosigkeit, wie

Neubeginn.

Neubeginn? Kann es den geben?

Angst.

Steck deine Angst in einen dichten Sack,

verschnüre ihn sehr fest

und lebe.

Corona, du setzt uns deine Krone auf                                                                                                         von Monika Brätz

Aufpassen, zu Hause bleiben, Abstand halten, Hände waschen,

Mundschutz tragen.

Ein Impfstoff läßt auf sich warten.

Wie lange, ein Jahr, zwei Jahre, drei Jahre, vier Jahre.

Wir haben Glück, wenn es nicht länger dauert.

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In diesem Jahr hatten wir persönlich Glück. Wir waren schon auf einem Konzert (15.Januar 2020), waren im Urlaub, sind mit dem Flugzeug gut hin und zurück gekommen.

Wir haben unsere Freunde im März in den NL  und unsere Urlaubsbekanntschaft - jetzt mit Abstand -  Ende Mai in Dresden besucht.

Ich habe gemalt, Bilder bearbeitet,  war mit dem Garten beschäftigt und natürlich auch mit den üblichen Hausarbeiten.

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Corona hat uns Zeit geschenkt, Dinge zu tun, wofür wir sonst keine Zeit gehabt hätten.

Natürlich mußte wir durch Corona auch auf einiges verzichten.

Vernissagen sind ausgefallen, Essen gehen mit Freunden und Bekannten, Gemeinschaft zu pflegen war unmöglich bis schwierig. Alles per Telefon oder Internet. Kein wirklicher Ersatz.

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Machen wir weiter so, bleiben wir fröhlich und unverzagt und geben wir nicht auf.

Verluste

Von Sylvia Bugla

In dieser Zeit wird uns allen alles bewußter. Wir hinterfragen mehr, überlegen mehr. Das ganze Leben wurde uns auf den Kopf gestellt. Privat habe ich seit einem Jahr Verluste zu beklagen. Mein Bild mit der Himmelstreppe, wo ich alle meine Lieben mit Foto als Collage verewigt habe, füllt sich immer mehr. Mein Vater, sein Bruder, unsere beiden geliebten Katzen und nun auch ein sehr sehr guter Freund! Nun, wo man Zeit hat über alles mehr nachzudenken, wiegen diese Verluste doppelt schwer. Solche Verluste gibt es in jeder Familie und zu jeder Zeit. Doch im Moment fühlt sich alles so anders an. Das Leben ist wichtig geworden. Wir gehen vorsichtiger und liebevoller miteinander um. "Bleib gesund!" Wir merken jetzt noch mehr als sonst, wie wichtig das alles ist. Das Leben. Die Gesundheit. Die Menschen um uns herum! Jeder geht mit dieser Situation anders um. Ich selbst habe seit meinem letzten Bild für die Ausstellung "Großstadtansichten" nichts mehr gemalt. Das kenne ich sonst nicht von mir, aber es ist so. Die Muse hat mich zur Zeit verlassen. Ich freue mich, wenn wir uns wieder treffen dürfen und ich wieder aus meinem Dornröschenschlaf erwache. Leinwand, Stifte, Pinsel, Farben - alles liegt bereit. Bis es soweit ist: Bleibt gesund!!!

CORONA – FAUNA – FLORA

von Heidy Ritter

Es heißt: möglichst zu Hause bleiben …

aus Vorsicht, aus Rücksichtnahme wenig persönliche Kontakte pflegen...

Für mich bedeutet es auch, viel Alleinsein und das hat zur Folge:

Korrespondenz per Internet, telefonieren, skypen und - endlich auch wieder zeichnen. Das ist eine positive Seite des Lockdowns.

Was mir jedoch in den inzwischen schon vielen Wochen der Krise auffällt und mich freut:

Freunde und Bekannte genießen mehr als sonst ihre Gärten, Terrassen, Balkone.

Das mit Beginn der Krise startende schöne Wetter lässt alles üppig blühen und gedeihen. Die Natur entschädigt uns für den schlimmen Virus mit dem schönen Namen „Corona“.

Täglich erhalte ich eine Menge schönster Fotos. Man könnte Bücher damit füllen, bzw. die Speicherkapazität der mobilen Telefone sprengen. Einige meiner Freundinnen senden schon in aller Herrgottsfrühe, so kann ich gleich nach dem Aufwachen die gärtnerischen Erfolge bewundern und einige der Freundinnen sind Nachteulen und so kommt dann gegen Mitternacht der zweite Schwung Bilder der fotografierten Gartenschönheiten samt Fauna, die da kreucht und fleucht.

Es wird mehr Zeit investiert, regelmässig zu gießen, zu schneiden, zu düngen und die Pflanzen danken es.

Nun wundert mich, dass ich noch nicht begonnen habe, mit dem alten Rosenbaum zu sprechen; der Päonie zu sagen, dass sie nun endlich aufblühen soll; den Feigenbaum zu loben, dass er schon so viele Früchte trägt; das Zitronenbäumchen zu warnen, nicht gar so viele Früchte anzusetzen.

Angeblich wäre diese Ansprache noch nicht bedenklich, kritisch würde es erst

– so wurde mir versichert - wenn die Pflanzen antworten …

Ich würde das allerdings niemandem verraten !

                                                                        Heidy Ritter, 1. Juni 2020, Egelsbach

Sommerausstellung und Gedanken dazu

von Anke Lühmann

Beim Betrachten der Bilder kamen mir die Gedanken, dass die Meisten sich gezielt Bilder und Fotos ausgesucht haben, die unsere Zeit der Pandemie und des Stillstandes reflektieren und es zum Ausdruck bringen.
Da ist ein Löwe , gut gebrüllt Löwe ,fällt mir dazu ein,
Schwäne, die Sehnsucht nach der Ferne, zwei Frauen ohne Maske, man sieht damit auch wirklich nicht gut aus. Jeder von uns hat eine eigene Umgangsform und Ausdrucksform, mit dieser Zeit fertig zu werden.

Sich mal zurückzuziehen, siehe die Schnecke, Innehalten, den Blick in eine andere Richtung zu lenken, das hat mich vorangebracht in dieser Zeit.

STAY at HOME mein Beitrag, entstand an einer Garagenwand. Ohne lange zu überlegen, was ich nun auf die leere Fläche male, mache ich ein Fenster auf,
mit den Dingen, die man zu Hause unter Verschluss macht. Home Office, Gymnastik, Tanzen bei lauter Musik...auch zusammen. Das Private mal in den Vordergrund rücken.
Sich mal zeigen!

Die Tage bringen nun die ersten Lockerungen.
Ich wünsche mir, dass wir etwas aus dieser Zeit gelernt haben.

Corona und Aphorismen

von Gabriela Leonhardt

Corona

wir hatten

eine gute Zeit

den Himmel auf Erden

danach

Corona

eine Böse

auf leisen Pfoten

kommt sie dich holen

Tod

Corona

jetzt geht`s

auch mit weniger

diese Zeit einfach Durchstehen      

Leben

Kunst

was bleibt

sind deine Werke

schau sie dir an

geht

Natron

statt Hefe

schau‘ geht doch

du kannst alles probieren

Studieren

Aphorismen

man kann auch mit weniger glücklich sein,

denn es gibt eh keinen Weg zurück - zum Glück

Die Anmut in der Keuschheit

von Christel Jeschke


Beseelt und erwartend schreiten diese sich bekennenden Frauen

einem verheißungsvollen Ziel entgegen.

Sie sehen nach Verschmelzung und Übereinstimmung mit sich und der

Natur aus.

Wir sind in der befremdlichen Situation einer weltweiten Krise.

 Zutiefst getroffen und sich der eigenen Ohnmacht und der Abhängigkeit

 von unseren Mitmenschen bewusst, haben wir nur ein Ziel:

Das Wiedererlangen der uns bisher gewährten Normalität unserer Freiheit und Gesunderhaltung

 unseres Körpers.

Eine unheimliche Begegnung

   Kurzgeschichte von Kostadin Poleganov

 

Wie heißt Du?

Virus

Woher kommst Du?

Keine Ahnung

Was machst Du hier?

Ich befalle Dich

Wie soll das gehen?

Ich such mir einen Eingang

Wo soll das sein?

Deine Nase

Wie willst du dahin kommen?

Ich benutze ein Medium

Wie heißt das Medium?

Tröpfchen

Ich sehe aber keine?

Sollst Du auch nicht

Ich halte mir einfach die Nase zu?

Zu spät

Und jetzt?

Ich vermehre mich

Ist das schlimm?

Kann schon sein

Wie merke ich das?

Du bekommst Fieber

Sonst nichts?

Du kannst schwer atmen

Und dann?

Kannst Du sterben

Und wenn ich Dir die Körperpolizei auf den Hals hetze?

Au weia

Was machst du jetzt?

Ich mache mich aus dem Staub

Und wie?

Du mußt unter die Leute

Und dann?

Nießen

Und wenn ich zu Hause bleibe?

Mist

Bist Du noch da?

*+*+*+*

Das war unheimlich!

Ein Tag mit Corona

von Kostadin Poleganov

Es ist 7:40 als ich wach werde.

Der Himmel ist bedeckt.

Es regnet aber nicht.

Im Dezember 2019 wurde die Krankheit in China festgestellt.

Nach Ausbruch der Epidemie sind jetzt 5 Monate vergangen.

Was wird der Tag wohl bringen?

Nach der Morgentoilette genehmige ich mir einen Kaffee, schwarz.

Der Getränkemann soll heute kommen.

Es ist jetzt 7:15.

Ich hole die Tageszeitungen aus dem Briefkasten.

Was gibt es Neues?

Die Österreicher starten die Rückkehr zur Normalität.

Sie dürfen wieder Freunde treffen und Urlaub machen.

Viele Unternehmen in Deutschland fürchten um ihre Existenz.

Viele Personen in Deutschland sind in Kurzarbeit.

In Frankfurt steigt der Trend zur Privatschule.

Der Sport liegt auch darnieder.

Eigentlich wollte ich Lebensmittel einkaufen.

Mit Maske!

Es ist jetzt 8:45.

Vom Getränkemann keine Spur.

Ich gehe in die Küche und bereite das Frühstück für 9:00 vor.

Was gibt es heute?

Brot, Konfitüre, Wurst, Butter und weichgekochte Eier.

Der Getränkemann ist noch immer nicht da.

Wo bleibt er denn?

Anruf bei der Getränkefirma.

Er kommt noch.

Vorgarten und Garten gewässert.

Die Getränke kommen.

2x Wasser, 1x Pils

Nun zum Lebensmittelhändler mit Maske.

Zu voll vor dem Eingang.

Na, dann eben heute nicht.

Rätsel in der Zeitung gelöst.

Jetzt wird Hefekuchen gebacken.

Streusel mit Apfel.

14:30 der Kuchen mundet.

Der Garten ruft.

Unkraut beseitigt und Himbeerbeete gepflegt.

17:00, es reicht.

Ein Pils zur Entspannung.

Wer weiß denn sowas?

Heute gibt es gebackene Zucchini.

Schmecken lecker, liegen schwer im Magen.

NDR gesehen; Wilde Tiere an der Leine.

Wie so oft gibt es für mich heute wieder kein geeignetes Programm.

Jetzt noch etwas Musik hören und dann in die Heia.

23:15, Gute Nacht.

In Vorbereitung

   

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